05.05.2026 10:15
3. Kreisklasse
Lachem am Ziel: Meisterschaft und Aufstieg perfekt
Später Hadzic-Doppelpack entscheidet Derby / Bisperode dreht nach der Pause auf / Reher II entführt drei Punkte / Punkteteilung im Ilsetal-Derby

Ziel erreicht: Der SV Lachem feiert die Meisterschaft. Foto: privat.
Staffel 1
TuSpo Bad Münder – SG Flegessen II 2:0 (0:0).
Der Derby-Jubel im Münderaner Stadion war groß: Am Sonntagnachmittag behielt die TuSpo Bad Münder im Nachbarschaftsduell gegen die Reserve der SG Flegessen/Süntel die Oberhand und festigte durch einen 2:0-Erfolg ihre Ambitionen im Aufstiegsrennen der 3. Kreisklasse. Lange Zeit mussten die Zuschauer jedoch auf Tore warten, ehe ein später Doppelschlag von Dzemil Hadzic den Heimsieg unter Dach und Fach brachte.
Von Beginn an war die Marschroute der Hausherren klar. Nach dem Unentschieden im Hinspiel brannte die TuSpo auf Wiedergutmachung. „Wir gingen hochkonzentriert ins Spiel und erspielten uns zahlreiche gute Chancen. Doch zunächst wollte der Ball einfach nicht ins Tor“, berichtete TuSpo-Sprecherin Steffi Weihe nach dem Abpfiff. Die Überlegenheit der Gastgeber war über die gesamte Spielzeit deutlich spürbar, während die Gäste aus Flegessen offensiv kaum stattfanden. Weihe ergänzte: „Es war über weite Strecken ein Spiel auf ein Tor, unser Keeper musste im gesamten Spiel nur ein einziges Mal ernsthaft eingreifen.“
Trotz der drückenden Überlegenheit dauerte es bis in die Schlussphase, ehe der Knoten platzte. In der 82. Minute war es Nilias Arikan, der mit einer „herausragenden Flanke“ den Kopf von Dzemil Hadzic fand – 1:0. Die Gäste versuchten in den letzten Minuten noch einmal alles, doch Bad Münder blieb standhaft. Nur sechs Minuten später sorgte Hadzic mit seinem zweiten Treffer des Tages für die endgültige Entscheidung, als er das Leder mit einem platzierten Flachschuss in die linke Ecke zum 2:0-Endstand versenkte.
Ein Sonderlob verdienten sich neben dem Doppeltorschützen auch Vorlagengeber Arikan. „Besonders Nilias Arikan und Dzemil Hadzic zeigten eine starke Leistung und waren maßgeblich am Erfolg beteiligt“, freute sich Weihe über den „Derbysieger“-Moment. Durch den Dreier bleibt Bad Münder auf eigenem Platz weiterhin ungeschlagen. Weihe bilanzierte zufrieden: „Damit wahren wir weiterhin unsere Chance im Aufstiegsrennen.“
Tore: 1:0 Dzemil Hadzic (82.), 2:0 Hadzic (88.).
TSV Bisperode II – SF Osterwald II 7:3 (1:2).
Tor-Spektakel im Manfred-Wottke-Stadion. Die Reserve des TSV Bisperode hat am Sonntagnachmittag den ersten Sieg im Kalenderjahr 2026 eingefahren. Gegen die Sportfreunde aus Osterwald gab es am Ende einen deutlichen 7:3-Erfolg, der nach dem ersten Durchgang jedoch noch in weiter Ferne schien. „Endlich haben wir den ersten 3er des Jahres gezogen. Am Ende gewinnen wir verdient“, atmete TSV-Sprecher Jannic Winter nach der Partie auf.
Dabei erwischten die Hausherren einen Start nach Maß: Bereits nach zwei gespielten Minuten brachte Louis Wiechens seine Farben in Front. Doch die Führung gab keine Sicherheit – im Gegenteil. Die Gäste aus Osterwald kämpften sich zurück und drehten die Partie durch eine starke Einzelaktion von Fabian Schwenke (16.) und einen Treffer von Fynn Luca Lally (38.). Winter war mit dem Auftritt vor der Pause unzufrieden: „Wir haben nach der Führung das Fußballspielen eingestellt und sind nicht mehr füreinander gelaufen, sodass wir zur Halbzeit verdient hinten lagen. In der Pause wurde es dann sehr laut in der Kabine.“
Die Kabinenansprache schien Wirkung zu zeigen, auch wenn die Blau-Gelben zunächst das Glück des Tüchtigen brauchten. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel rettete Marvin Breuer für seinen bereits geschlagenen Keeper auf der Torlinie und verhinderte so einen höheren Rückstand. „Das war ein Knackpunkt“, so Winter. Fast im Gegenzug markierte Lukas Schewemann den Ausgleich (46.) – und dann schlug die Stunde von Marvin Gerlach. Mit einem lupenreinen Hattrick binnen nur 13 Minuten (60./68./73.) schoss er den TSV im Alleingang auf die Siegerstraße. In der Schlussphase brachen bei den Gästen alle Dämme. Erneut Wiechens (85.) und Marian Meyer per „Sonntagsschuss“ (86.) schraubten das Ergebnis auf 7:2 in die Höhe.
Besonders über den Treffer von Meyer musste Sprecher Winter schmunzeln: „Marian ist eigentlich eher dafür bekannt, dass er die Eichhörnchen aus den Büschen schießt. Wo er diesen Sonntagsschuss herholte, weiß er bestimmt selber nicht.“ Den Schlusspunkt setzte Osterwalds Marven Brünig zum 7:3-Endstand. „Nach dem Hattrick waren bei den Gästen die Köpfe unten und wir haben uns eine Vielzahl an Möglichkeiten erspielt“, bilanzierte ein zufriedener Winter.
Tore:1:0 Louis Wiechens (2.), 1:1 Fabian Schwenke (16.), 1:2 Fynn Luca Lally (38.), 2:2 Lukas Schewemann (46.), 3:2 Marvin Gerlach (60.), 4:2 Gerlach (68.), 5:2 Gerlach (73.), 6:2 Wiechens (85.), 7:2 Marian Meyer (86.), 7:3 Marven Brünig (88.).
Weiter gespielt haben:
TSV Brünnighausen – SSG Marienau II 2:1 (1:0).
FC Kosova Hameln – TSV Nettelrede III - Nichtantritt Gast.
Staffel 2
VfB Hemeringen II – SV Lachem 0:3 (0:1).
Es ist vollbracht: Der SV Lachem hat am „Super Sonntag“ in Hemeringen den Deckel auf eine beeindruckende Spielzeit gesetzt. Durch den 3:0-Auswärtssieg beim VfB sicherte sich die Mannschaft von Egzon Popoci offiziell die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die 2. Kreisklasse. „Zwei Jahre harte Arbeit haben sich nun ausgezahlt. Unser Konzept, Spieler aus der Hessisch Oldendorfer Umgebung oder durch familiäre Verbindungen zu überzeugen, ist voll aufgegangen“, freute sich Lachems Sprecher Popoci nach dem Abpfiff über den Coup.
Bei bestem Fußballwetter und sommerlichen Temperaturen entwickelte sich von Beginn an eine intensive, aber faire Partie. Die Hausherren hatten sich gegen den Favoriten viel vorgenommen und zeigten sich taktisch gut eingestellt – und das, obwohl VfB-Coach Michael Hein selbst kurzfristig zwischen die Pfosten rücken musste, da Stammkeeper Pascal Wiesner passen musste. „In der ersten Halbzeit hielten wir stark dagegen, standen defensiv kompakt und ließen wenig zu“, so Hein. Ein individueller Fehler in der 27. Minute ermöglichte den Gästen jedoch die Führung zum 0:1-Pausenstand.
Nach dem Seitenwechsel blieb Hemeringen mutig, doch die spielerische Klasse des Tabellenführers blitzte in der 59. Minute entscheidend auf. Über Mittelfeld-Motor Latif Kiki kombinierten sich die Gäste im „Tiki-Taka“-Stil durch die Reihen und erhöhten auf 0:2. Dass es hintenraus nicht noch einmal spannend wurde, verdankte der SVL seinem Schlussmann Alexandru Andrica, der einen sehenswerten Außenrist-Schlenzer von Nico Bangel mit einer Glanzparade aus dem Winkel fischte. Kurz vor Schluss sorgte ein tückischer Aufsetzer (85.) schließlich für den 0:3-Endstand. „Ein verdienter Sieg am Ende, der zeitweise etwas von einem Sommerkick hatte“, bilanzierte Popoci.
Während Lachem die Korken knallen ließ, zeigte sich VfB-Trainer Hein trotz der Niederlage als fairer Gratulant: „Das 0:3 geht in Ordnung. Wir haben ein wirklich gutes Spiel gemacht und versucht, Lachem zu fordern. Besonders hervorheben möchte ich unsere beiden A-Jugendlichen Maximilian Spors und Bennet Kruse, die heute ein starkes Herren-Debüt gegeben haben. Glückwunsch an Lachem und meinem geschätzten Trainerkollegen Egzon Popoci zum Sieg – und auch zum fairen Derby heute beider Mannschaften.“ Lachem-Sprecher Popoci richtete den Blick derweil auf das große Ganze: „Wir haben eine unheimlich starke Einheit auf und neben dem Platz. Mein Dank gilt dem Vorstand, Friedrich Homeyer, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand, sowie Mirko Majcan und natürlich meinen Spielern, die immer durchgezogen haben. Auch wenn es nur die 3. Kreisklasse ist, bedeutet dieser Erfolg dem Verein und uns sehr viel.“
Tore: 0:1 (27.), 0:2 (59.), 0:3 (85.).
TSC Fischbeck II – TSV Germania Reher II 2:5 (1:3).
Die Reserve von Germania Reher hat einen deutlichen Auswärtssieg eingefahren und beim TSC Fischbeck II mit 5:2 triumphiert. Dabei standen die Vorzeichen für die Gäste alles andere als gut, wie Trainer Michael Baumbach nach der Partie erklärte: „Beim Gastspiel in Fischbeck fehlten uns gleich acht Kaderspieler, sodass wir mächtig improvisieren mussten.“ Doch die Notelf der Germania bewies Moral und fand blendend in die Begegnung.
Bereits in der zweiten Spielminute brachte Benno Reuke die Gäste in Führung. Die Freude währte allerdings nicht lange, da Julian Volquardsen nur drei Zeigerumdrehungen später den Ausgleich für den TSC markierte (5.). „Wir brauchten nach dem schnellen Ausgleich einige Zeit, um wieder ins Spiel zu kommen“, gab Baumbach zu. In der Folge half das Spielglück etwas mit: Ein Eigentor von Tjark Heinze (22.) brachte Reher zurück auf die Siegerstraße, ehe ein weiteres Eigentor von Predrag Balcak (laut Spielberichtsbogen) noch vor der Pause auf 1:3 erhöhte (38.). In der Kabine gab es für die Germania jedoch eine Hiobsbotschaft. Keeper Bollwitte musste verletzungsbedingt passen. „Udo Beyer ging jetzt zwischen die Pfosten und machte ein starkes Spiel in der zweiten Hälfte“, lobte Baumbach seinen Ersatztorhüter. Die Defensive hielt stand und vorne sorgte „Oldie“ Mirko Adzic für ein Highlight. In der 55. Minute hämmerte er das Leder mit einem „strammen Schuss aus etwa 20 Metern“ zum 1:4 in die Maschen.
Fischbeck gab sich jedoch nicht auf. Erneut war es Volquardsen, der per Strafstoß auf 2:4 verkürzte (75.) und kurzzeitig für Hoffnung bei den Hausherren sorgte. Doch Tim Hellmich machte in der 85. Minute mit dem 2:5 endgültig den Deckel drauf. Baumbach zog ein hochzufriedenes Fazit: „Alles in allem war es das erwartet schwere Spiel. Doch eine durchweg gute Mannschaftsleistung war der Grundstein für den Sieg. Jeder ist an seine Grenzen gegangen und hat seinen Job wie vorher besprochen super erledigt. Auch von der Bank wurde sofort positiv unterstützt, genau so stelle ich mir das vor.“ Ein besonderes Dankeschön richtete der Coach an die Aushilfen im Team: „Mein Dank geht an die Spieler, die uns ausgeholfen haben – ihr dürft alle gerne wiederkommen!“
Tore: 0:1 Benno Reuke (2.), 1:1 Julian Volquardsen (5.), 1:2 Eigentor Tjark Heinze (22.), 1:3 Eigentor Predrag Balcak (38.), 1:4 Mirko Adzic (55.), 2:4 Volquardsen (Strafstoß 75.), 2:5 Tim Hellmich (85.).
SC Börry – SG Hajen-Latferde II 2:2 (1:1).
Große Kulisse im Ilsetal: Satte 250 Zuschauer bildeten am Sonntag den Rahmen für das Gemeindederby zwischen dem SC Börry und der Reserve der SG Hajen-Latferde. Trotz bestem Fußballwetter und einem bunten Rahmenprogramm bekamen die Fans spielerisch jedoch Schonkost geboten. „Das Spiel war über 90 Minuten sehr zerfahren, ständige Unterbrechungen störten den Spielfluss und so kam letztendlich ein gerechtes Unentschieden zustande“, bilanzierte Börrys Trainer Dirk Brockmann nach dem Abpfiff.
Die Gäste erwischten den besseren Start. Nach einer scharfen Hereingabe von Frederik Bleibaum unterlief Marcel Borgmann ein unglückliches Eigentor zur frühen Führung der Spielgemeinschaft (4.). Börry tat sich in der Folge schwer, offensive Akzente zu setzen. Es dauerte bis zur 32. Minute, ehe eine gelungene Kombination bei Max Brockmann landete, der zum 1:1-Pausenstand einschob. Überschattet wurde der erste Durchgang jedoch von zwei Ereignissen: Zunächst verletzte sich Thilo Buhrke schwer am Arm und musste versorgt werden – der SC Börry sendet auf diesem Wege herzliche Genesungswünsche. Kurz darauf folgte eine bemerkenswerte Fair-Play-Szene: Hajens Bastian Geißler sah zunächst die Rote Karte, doch nach Rücksprache beider Teams nahm der Schiedsrichter die Entscheidung zurück. „Das war die bemerkenswerteste Situation des Spiels“, zollte Brockmann dem Sportsgeist Respekt.
Nach dem Seitenwechsel erwischte der SCB seine beste Phase. Nachdem Theis Gutsmann per Kopf noch an der Latte gescheitert war, setzte Max Brockmann energisch nach und drehte die Partie mit seinem zweiten Treffer auf 2:1 (57.). Die Entscheidung lag in der Luft, als Brockmann erneut die Chance zum 3:1 hatte, den Ball jedoch nicht im leeren Tor unterbrachte. „Hajen/Latferde konnte in letzter Sekunde klären und der abgewehrte Ball wurde zum Bumerang“, beschrieb Brockmann die Szene. Im direkten Gegenzug markierte Patrick Borchers, nachdem Frederik Bleibaum vorher ordentlich Meter machte und einen Traumpass spielte, den 2:2-Ausgleich (78.).
In der Schlussphase drückten die Gäste auf den Siegtreffer, doch Börrys Ersatzkeeper Sven Lojewski hielt den Punkt mit starken Paraden gegen Hendrik Bohne und Borchers fest. „Dieser Treffer zum 2:2 zog uns komplett den Stecker. Am Ende war ich mit dem Punkt zufrieden, da Hajen alles in die Waagschale warf“, so Brockmann, der Johannes Hanke und Lojewski auf seiner Seite sowie Borchers und Bohne beim Gegner hervorhob. Ein besonderer Gruß ging nach dem Derby noch in Richtung Lachem: „Ganz herzlichen Glückwunsch an den SV Lachem/Haverbeck zur verdienten Meisterschaft. Egzon Popoci hat ein tolles Team geformt, wir wünschen euch alles Gute für die 2. Kreisklasse!“
Tore: 0:1 Eigentor Marcel Borgmann (4.), 1:1 Max Brockmann (32.), 2:1 Brockmann (57.), 2:2 Patrick Borchers (78.).
Weiter gespielt haben:
SG Holzhausen/Thal II – TSV Lüntorf 1:1 (0:0).
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