28.04.2026 09:44

3. Kreisklasse


Elf-Tore-Wahnsinn in Reher: Sperlich schießt Börry zum Sieg

Brockmann: „Für solche Spiele braucht man kein Sky-Abo“ / Acht-Tore-Gala in Lachem: Basfaluti feiert Hattrick-Debüt
Jubelbild SC Boerry
Hatten viel Grund zum Jubeln: Der SC Börry.

Staffel 1

Gespielt haben:
TSV Nettelrede III - TSV Brünnighausen 6:0 (2:0).
SF Osterwald II - FC Kosova Hameln 0:12 (0:6).


Staffel 2

TSV Germania Reher II - SC Börry 5:6 (2:2).

Was für ein Spektakel auf dem Sportplatz in Reher! Die Zuschauer bekamen am Sonntag ein Spiel zu sehen, das nichts für schwache Nerven war. In einer Partie, die von der ersten bis zur letzten Minute durch pure Unterhaltung bestach, entführte der SC Börry beim 6:5-Erfolg hauchdünn die drei Punkte. „Es entwickelte sich ein außergewöhnliches Fußballspiel. Die Einschätzung, dass es eine Begegnung auf Augenhöhe werden würde, hat sich voll bestätigt“, bilanzierte Börrys Trainer Dirk Brockmann nach dem Abpfiff.

Dabei sah es in der ersten Viertelstunde noch nach einem vorsichtigen Abtasten aus. Doch dann nahm der „Tag der offenen Tür“, wie Rehers Trainer Michal Baumbach es nannte, seinen Lauf. Ein Eigentor von Malte Beermann (30.) brachte die Gäste zunächst in Front, ehe Alexandros Noble die Partie mit einem Doppelschlag – inklusive eines verwandelten Strafstoßes – zum 2:1 drehte (36./39.). Doch die Freude währte nur kurz: Leon Pascal Sperlich markierte noch vor dem Pausenpfiff das 2:2 (43.).

Nach dem Seitenwechsel blieb das Tempo hoch. „Die zweite Hälfte ging direkt wieder turbulent los“, so Baumbach. Reher ärgerte sich über einen nicht gegebenen Elfmeter, während Börry im direkten Gegenzug durch Johannes Hanke erneut in Führung ging (49.). Die Germanen zeigten jedoch Moral: Keanu Hoyer (61.) und erneut Noble per Strafstoß (72.) stellten auf 4:3 für die Hausherren. Wer dachte, das wäre die Vorentscheidung gewesen, sah sich getäuscht. Lennart Wicke glich postwendend per Elfmeter aus (73.), bevor Noble mit seinem vierten Treffer des Tages Reher abermals in Front brachte (75.). „Nachdem Reher die Führung zurückholte, schien der TSV auf die Siegerstraße einzubiegen. Doch die Willensleistung meiner Mannschaft war herausragend“, lobte Brockmann. Ein unglückliches Eigentor von Keeper Felix Bollwitte (82.) besorgte den Ausgleich zum 5:5, bevor Sperlich in der Schlussminute zum Matchwinner avancierte. Mit einem sehenswerten Schuss aus 20 Metern genau in den Winkel markierte er den 6:5-Endstand (90.).

Trotz der knappen Niederlage zeigte sich Rehers Coach Baumbach als fairer Verlierer: „Auch wenn wir uns bei zwei Gegentoren etwas dumm angestellt haben, kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles gegeben und ordentlichen Fußball gespielt. Wir hätten zumindest einen Punkt verdient gehabt.“ Auf der Gegenseite feierten die rund 70 mitgereisten Fans den Last-Minute-Sieg. Dirk Brockmann fügte schmunzelnd an: „Hinter meiner Bank verfolgten einige ‚Oldstars‘ das Geschehen und waren sich einig, dass man für solche Spiele kein Sky-Abo benötigt, sondern lieber wieder die 3. Kreisklasse besuchen sollte.“
Tore: 0:1 Eigentor Malte Beermann (30.), 1:1 Alexandros Noble (36.), 1:2 Noble (Strafstoß 39.), 2:2 Leon Pascal Sperlich (43.), 2:3 Johannes Hanke (49.), 3:3 Keanu Hoyer (61.), 4:3 Noble (Strafstoß 72.), 4:4 Lennart Wicke (Strafstoß 73.), 5:4 Noble (75.), 5:5 Eigentor Felix Bollwitte (82.), 5:6 Sperlich (90.).

SV Lachem - SG Holzhausen/Thal II 8:1 (3:0).

Der SSV Lachem marschiert in der 3. Kreisklasse mit großen Schritten in Richtung Meisterschaft. Am vergangenen Spieltag feierte die Mannschaft einen fulminanten 8:1-Heimsieg gegen die Reserve der SG Holzhausen/Thal und untermauerte damit ihre Dominanz. Von Beginn an ließen die Gastgeber keinen Zweifel daran, wer den Platz als Sieger verlassen würde. „Wir haben das Spiel mit unglaublicher Feuerpower begonnen und Thal hatte keine Luft zum Atmen“, berichtete Lachems Sprecher Egzon Popoci. Er selbst ging voran und fungierte nach einer Viertelstunde als „Dosenöffner“: Mit einem Doppelschlag innerhalb von nur fünf Minuten (15./20.) stellte Popoci früh die Weichen auf Sieg. „Wie es bei uns meistens ist: Wenn das erste Tor fällt, schießen wir direkt welche hinterher. Diese Gier hat uns heute acht Tore geschenkt“, so Popoci weiter. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Danu Basfaluti auf 3:0 (40.).

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der SSV hungrig. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff markierte Basfaluti seinen zweiten Treffer, ehe ein Eigentor von Mykolas Zinkevicius (50.) das Ergebnis auf 5:0 schraubte. In der 60. Minute machte Basfaluti dann seinen persönlichen Hattrick perfekt. Ein besonderer Moment für den Schützen, wie auch Popoci befand: „Man muss heute Danu Basfaluti und Mertcan Terzioglu herausheben. Danu hat nicht nur sein Debüt-Tor gemacht, sondern gleich einen Debüt-Hattrick!“ In der Schlussviertelstunde schraubte Mevlan Emini das Resultat per Doppelpack innerhalb einer Minute (75.) auf 8:0 in die Höhe. Den Gästen aus Holzhausen und Thal gelang kurz vor dem Ende durch Ndhal Shvan (88.) lediglich noch der Ehrentreffer zum 1:8-Endstand.

Der Lachemer Sprecher zeigte sich nach dem Abpfiff hochzufrieden: „Ich muss meine Mannschaft über den grünen Klee loben, obwohl ich sonst immer sehr kritisch bin. Vom Torwart bis zum letzten eingewechselten Spieler haben alle eine tadellose Leistung gebracht!“ Durch den Sieg ist der Titel für den SSV nun zum Greifen nah. „Wir sind nur noch vier Punkte aus vier Spielen von der Meisterschaft entfernt“, rechnet Popoci vor. Doch ausruhen will sich in Lachem niemand. Am kommenden Sonntag wartet bereits die nächste Aufgabe: „Jetzt steht uns noch Hemeringen bevor, die uns alles abverlangen werden, bevor wir in eine dreiwöchige Spielpause gehen.“
Tore: 1:0 Egzon Popoci (15.), 2:0 Popoci (20.), 3:0 Danu Basfaluti (40.), 4:0 Basfaluti (48.), 5:0 Eigentor Mykolas Zinkevicius (50.), 6:0 Basfaluti (60.), 7:0 Mevlan Emini (75.), 8:0 Emini (75.), 8:1 Ndhal Shvan (88.).

Weiter gespielt haben:
TSV Groß Berkel II - VfB Hemeringen II - Nichtantritt Heim.
TSV Lüntorf - TSC Fischbeck II 2:5 (1:1).
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