14.04.2026 10:12

3. Kreisklasse


Sieben-Tore-Spektakel in Bisperode und Lachem: Börry schockt den Spitzenreiter

Der Überblick über den Spieltag der dritten Kreisklasse vom Wochenende
SC Boerry Torjubel
Konnten sich über einen unverhofften Auswärtssieg freuen: Der SC Börry.

Staffel 1

SSG Marienau II – TuSpo Bad Münder 0:3 (0:1).

Zum Rückrundenauftakt in der 3. Kreisklasse gelang der TuSpo Bad Münder ein Pflichtsieg. Bei der Zweitvertretung der SSG Marienau feierten die Münderaner einen souveränen 3:0-Erfolg und entführten drei verdiente Punkte aus dem Ostkreis. Dabei standen die Vorzeichen für die Gäste alles andere als optimal. „Wir reisten mit einem kleinen Kader und ohne etatmäßigen Torwart an“, berichtete TuSpo-Sprecherin Steffi Weihe nach der Partie. Die Lösung zwischen den Pfosten erwies sich jedoch als Glücksgriff: Feldspieler Alexander Raupach streifte sich die Handschuhe über. „Ein großes Lob geht an Alexander Raupach, der sich bereit erklärt hat, ins Tor zu gehen und seine Aufgabe hervorragend gemeistert hat“, verteilte Weihe ein Sonderlob an den Aushilfsschlussmann, der über 90 Minuten die Null festhielt.

Auf dem Platz dauerte es einen Moment, bis der TuSpo-Motor warmgelaufen war. „Zu Beginn kamen wir etwas schwer ins Spiel, konnten aber mit zunehmender Spieldauer immer mehr Sicherheit gewinnen“, analysierte Weihe. In der 11. Minute folgte die Initialzündung: Nach einer starken Vorarbeit von Dzemil Hadzic war Hamza Mujovic zur Stelle und markierte mit der ersten echten Torchance die 1:0-Führung für die Gäste.

Nach dem Seitenwechsel blieb Bad Münder am Drücker und sorgte in der 63. Minute für die Vorentscheidung. Haris Dedeic fackelte nicht lange und versenkte das Leder mit einem platzierten Schuss im langen rechten Eck – 0:2. Den Schlusspunkt setzte schließlich Nilias Arikan in der 75. Minute. Nach einem präzise getretenen Freistoß von Selvin Dedeic stieg Arikan am höchsten und köpfte zum 0:3-Endstand ein. „Für das erste Spiel nach der langen Pause war es wichtig, direkt mit einem Sieg zu starten“, zeigte sich Weihe zufrieden mit der Ausbeute. Lange ausruhen wollen sich die Münderaner auf dem Erfolg aber nicht: „Jetzt gilt es, unter der Woche gut zu trainieren und am Samstag den nächsten Heimsieg einzufahren.“
Tore: 0:1 Hamza Mujovic (11.), 0:2 Haris Dedeic (63.), 0:3 Nilias Arikan (75.).



TSV Bisperode II – TSV Brünnighausen 3:4 (3:2).

Was für ein Schlagabtausch im Manfred-Wottke-Stadion. In einer torreichen und emotionalen Begegnung entführte der TSV Brünnighausen am Ende drei Punkte aus Bisperode. Während die Gäste den Sieg standesgemäß feierten, herrschte auf Seiten der Blau-Gelben pure Enttäuschung über vergebene Großchancen. Dabei erwischten die Gäste den perfekten Start. Bereits nach drei Minuten zappelte der Ball im Netz der Hausherren. Kapitän Fabian Mehrtens setzte sich robust durch und schob zur frühen Führung ein. „Fabian hat das clever gelöst“, lobte Brünnighausens Sprecher Robert Kügler. Auf der Gegenseite ärgerte sich Jannic Winter: „Da haben wir eine Schlafmützigkeit in der Abwehr offenbart.“

Doch Bisperode schüttelte sich kurz und übernahm das Kommando. Ab der 15. Minute rollte ein Angriff nach dem nächsten auf das Gehäuse der Gäste. Marvin Gerlach, Fabio Wefer-Brito und Lukas Schewemann drehten die Partie innerhalb von nur elf Minuten auf 3:1. „Wir haben es geschafft, das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Eigentlich hätte es zur Pause 5:1 stehen müssen, wir haben hochkarätige Chancen liegen lassen“, trauerte Winter den verpassten Gelegenheiten hinterher. Auch Kügler gab zu: „Wir waren erst einmal bedient, Bisperode hat uns einfach überspielt.“ Kurz vor dem Pausenpfiff meldete sich Brünnighausen jedoch mit einem Paukenschlag zurück. Pete Reineke verwandelte einen Freistoß direkt im Winkel. „Tor des Jahres, keine Diskussion“, legte sich Kügler fest. Dieser Treffer zum 2:3-Anschluss sollte die Wende einleiten.

Nach dem Seitenwechsel fruchtete die taktische Umstellung der Gäste, den Gegner früher unter Druck zu setzen. In der 47. Minute war es Jörn Siegroth, der nach einer Flanke goldrichtig stand und zum 3:3 einköpfte. Das Spiel kippte nun endgültig zugunsten der Brünnighäuser, als der kurz zuvor eingewechselte Alexander Schaaf einen langen Ball zum 4:3-Endstand verwertete (59.). In der Schlussphase wurde es noch einmal turbulent. Bisperode warf alles nach vorne und vergab laut Winter „mehrere Riesen-Chancen“, unter anderem auf das leere Tor. „Mir fehlt einfach die Geilheit, das Spiel früh zu entscheiden. Wir stehen in 2026 weiterhin ohne Sieg da“, so ein frustrierter Winter. Brünnighausen rettete den Vorsprung mit Leidenschaft und einem starken Rückhalt über die Zeit. „Am Ende bleibt ein verdienter Auswärtssieg, weil wir als Mannschaft gut kommuniziert haben“, resümierte Kügler, der zudem ein Sonderlob an die Innenverteidigung und Keeper Andre Liewald verteilte.

Nach Abpfiff kochten die Emotionen kurzzeitig hoch, was jedoch einer sportlichen Entschuldigung wich. Während Bisperode am nächsten Wochenende beim Tabellenführer auf Wiedergutmachung aus ist, feierte Brünnighausen den Dreier „standesgemäß bei Dietmar in der Dorfkneipe“.
Tore: 0:1 Fabian Mehrtens (3.), 1:1 Marvin Gerlach (15.), 2:1 Fabio Wefer-Brito (17.), 3:1 Lukas Schewemann (26.), 3:2 Pete Reineke (35.), 3:3 Jörn Siegroth (47.), 3:4 Alexander Schaaf (59.).

Weiter gespielt haben:
SF Osterwald II – SG Flegessen II 3:4 (2:3).
SV Eintracht Afferde III – FC Kosova Hameln 0:6 (0:3).

Staffel 2

VfB Hemeringen II – TSC Fischbeck II 1:1 (0:0).

Im Nachbarschaftsduell der Zweitvertretungen herrschte am Ende in Hemeringen geteilte Stimmung. Während die Gäste aus Fischbeck einen späten Punktgewinn feierten, herrschte beim VfB Hemeringen II nach Abpfiff Katerstimmung. Trotz spielerischer Vorteile und einer Führung bis kurz vor Schluss reichte es für die Hausherren nicht zum dreifachen Punktgewinn. „Wir haben uns vor dem Spiel so viel vorgenommen und wollten den nächsten Sieg zu Hause vor heimischer Kulisse einfahren“, erklärte VfB-Coach Michael Hein nach der Partie. Seine Mannschaft übernahm zwar von Beginn an das Kommando, ließ im letzten Drittel jedoch die nötige Durchschlagskraft vermissen. „Wir waren zwar die bessere Mannschaft auf dem Platz, haben aber viel zu wenig investiert. Zu viele individuelle Fehler im Aufbauspiel, wenig Laufbereitschaft und Ladehemmung vor dem gegnerischen Tor – so kann man ein Spiel nicht gewinnen“, kritisierte Hein die fehlende Konsequenz seiner Elf.

Nach einer torlosen ersten Halbzeit belohnten sich die Hemeringer kurz nach dem Seitenwechsel: Ole Einar Schedlitzki markierte in der 52. Minute das verdiente 1:0. In der Folge verpasste es der VfB jedoch, den Sack vorzeitig zuzumachen und die spielerische Überlegenheit in weitere Tore umzumünzen. Das rächte sich in der Schlussphase. Fischbeck II blieb im Spiel und schlug in der 87. Minute eiskalt zu: Kewens Maik Ohlemeyer markierte den 1:1-Ausgleich und ließ die Gäste jubeln. „Das weiß auch die Mannschaft. Wir haben zwar einen Punkt geholt, aber es fühlt sich wie eine Niederlage an“, bilanzierte ein enttäuschter Hein. Dennoch richtet der Trainer den Blick bereits wieder nach vorne: „Klar ist die Mannschaft enttäuscht, aber wir müssen jetzt wieder aufstehen, Mund abwischen und weiterarbeiten. Ich erwarte im nächsten Spiel ein ganz anderes Gesicht und eine klare Reaktion der Mannschaft.“
Tore: 1:0 Ole Einar Schedlitzki (52.), 1:1 Kewens Maik Ohlemeyer (87.).

SV Lachem – SC Börry 3:4 (1:2).

Paukenschlag in der 3. Kreisklasse! Der SC Börry hat dem Favoriten SV Lachem ein Bein gestellt und drei Punkte entführt. In einer intensiven Partie bewiesen die Gäste aus der Emmerthaler Gemeinde den längeren Atem und nutzten die mangelnde Spielpraxis des Spitzenreiters nach der langen Pause eiskalt aus. Dabei war es vor allem ein Name, der den Hausherren Kopfzerbrechen bereitete: Max Brockmann. Schon in der 11. Minute brachte er die Gäste in Führung. Zwar gelang Bekim Kiki für Lachem der zwischenzeitliche Ausgleich (21.), doch Brockmann legte nur fünf Minuten später erneut nach – 1:2 zur Pause. Lachems Sprecher Egzon Popoci fand nach der Partie deutliche Worte: „Wir hätten deren Stürmer Max Brockmann einfach besser bewachen müssen. Er war heute überragend, ein absolutes Sonderlob von mir. Er war nicht zu stoppen.“

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Börry hungrig. Während die Gäste taktisch diszipliniert agierten, suchte Lachem vergeblich nach der gewohnten Dominanz. „Ich wurde ganz klar ausgecoacht von Dirk Brockmann, der seine Mannschaft unglaublich gut gegen uns eingestellt hat“, gab Popoci unumwunden zu. „Er wusste ganz genau, wie man uns heute stoppen kann.“ Innerhalb von vier Minuten schien die Partie entschieden: Erst schnürte Max Brockmann seinen Dreierpack (50.), dann erhöhte Neuzugang Leon Pascal Sperlich auf 1:4 (54.). Börrys Trainer Dirk Brockmann zeigte sich stolz auf seine junge Truppe: „Neben den etablierten Spielern standen sieben Akteure auf dem Platz, die noch locker U20 spielen könnten. Wir haben taktisch ein ganz hervorragendes Spiel abgeliefert.“

Trotz des deutlichen Rückstands steckte Lachem nicht auf, angetrieben vom starken Latif Kiki. Mevlan Emini verkürzte auf 2:4 (72.), ehe Georgios Spiridopoulos in der 86. Minute den 3:4-Anschlusstreffer markierte. „Dann zeigte Lachem seine ganze Klasse und fuhr einen Angriff nach dem anderen. Wir brachten den Sieg dann aber mit Glück und Kontern über die Zeit“, resümierte Dirk Brockmann. Auf der Gegenseite blieb Popoci trotz der späten Tore realistisch: „Von den drei Toren waren zwei Zufallsprodukte. Wir hatten heute nur vier Torschüsse und waren offensiv einfach nicht auf der Höhe. Börry war taktisch und kämpferisch komplett überlegen – ein verdienter Sieg.“ Während der SC Börry die drei Punkte standesgemäß feierte, muss Lachem die Niederlage schnell abschütteln, um den Platz an der Sonne nicht zu gefährden.
Tore: 0:1 Max Brockmann (11.), 1:1 Bekim Kiki (21.), 1:2 Brockmann (26.), 1.3 Brockmann (50.), 1:4 Leon Pascal Sperlich (54.), 2:4 Mevlan Emini (72.), 3:4 Georgios Spiridopoulos (86.).

Weiter gespielt haben:
TSV Germania Reher II – SG Hajen-Latferde II 7:0 (6:0).
TSV Groß Berkel II – SG Holzhausen/Thal II 4:1 (0:0).
11 / 343

Autor des Artikels

Konrad Voss
Konrad Voss
Im Lokalfußball ist er bekannt wie ein bunter Hund: daher war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Tausendsassa 'Konni' den Weg zum Team AWesA finden würde. Die Antwort: Juli 2025.
Telefon: 05155-2819 320 / 0176-8220 6485
voss@awesa.de


weitere Artikel dieser Kategorie



Tabelle 3.Kreisklasse, Staffel 1

Hameln-Pyrmont Tabellen Fussball.de



Tabelle 3.Kreisklasse, Staffel 2

Hameln-Pyrmont Tabellen Fussball.de



Webdesign & CMS by cybox