11.10.2024 12:32

3. Kreisklasse


Eklat in der 3. Kreisklasse: Aussage gegen Aussage

Klein Berkel II ist Herbstmeister der 3. Kreisklasse, Staffel 2
Said Mojab TSV Klein Berkel Fussball Kreisklasse Spielertrainer
Said Mojab und seine Klein Berkeler sicherten sich mit dem Sieg in Hemeringen die Herbstmeisterschaft.

VfB Hemeringen II – TSV Klein Berkel 3:5 (2:1).

Im letzten Hinrundenspiel der Saison, das am 6. Oktober stattfand, empfing der VfB Hemeringen II im Topspiel der 3. Kreisklasse, Staffel 2 den Tabellendritten Klein Berkel II. Beide Teams hatten Chancen auf die Herbstmeisterschaft. Die Hemeringer starteten dann auch furios: Bereits in der 1. Spielminute gelang Michael Hein der Führungstreffer. Nur wenige Minuten später erhöhte Hemn Majeed auf 2:0, was die Gäste aus Klein Berkel verunsicherte. Trotz der frühen Führung blieb das Spiel intensiv, aber fair. Klein Berkel verkürzte kurz vor der Halbzeit auf 1:2. In der 45. Minute wurde ein Hemeringer mit einer Roten Karte aufgrund einer Beleidigung vom Platz gestellt. Zudem erhielt auch Trainer Jörg Pydde wegen Meckerns Gelb-Rot. In der zweiten Halbzeit wehrte sich Hemeringen trotz Unterzahl tapfer und kam weiterhin zu Torabschlüssen. Klein Berkel konnte das Spiel jedoch drehen. Torhüter Marcel Bille zeigte eine starke Leistung und hielt seine Mannschaft im Spiel. Michel Wolf gelang es, den VfB mit dem Ausgleich zum 3:3 noch einmal Hoffnung auf einen Sieg zu machen. Am Ende kassierte man aber noch zwei Treffer und musste sich geschlagen geben. „Die Enttäuschung über die Niederlage war groß, da es zumindest bei zwei Gegentreffern diskutable Entscheidungen des Schiedsrichters gab“, so Peter Reese, Sprecher des VfB Hemeringen.
Tore: 1:0 Michael Hein (1), 2:0 Hemn Majeed (21.), 2:1 Hussein Zeaiter (44.), 2:2 Faris Chahrour (50.), 2:3 Erhan Yalcin (71.), 3:3 Michel Wolf (81.), 3:4 Falah Hasan Qasim (85.), 3:5 Ali Jan Nazari (90.+5).
Besonderes: Rote Karte für Hemeringen II (45.) sowie Gelb-Rot für Hemeringens Trainer Jörg Pydde (45.).
Schiedsrichter moniert rassistische Beleidigungen von Zuschauern

Im Nachgang des Spiels meldete sich Schiedsrichter Haji Fakhro bei AWesA und berichtete von rassistischen Äußerung seitens einiger Zuschauer gegenüber seiner Person: „Es gab Äußerungen von einigen – nicht von allen – Zuschauern mit rassistischem Inhalt, die an mich und teilweise auch an Spieler von Klein Berkel gerichtet waren. Die Spieler von Hemeringen waren selbst schockiert, einige haben sich auch bei mir entschuldigt für das Verhalten von außen. Ich möchte auch klarstellen, dass diese Beleidigungen nicht von der Mannschaft kamen. Gegen Ende der ersten Halbzeit hat sich zumindest ein Spieler von Hemeringen zu einer Beleidigung hinreißen lassen, die ich mit der Roten Karte geahndet habe. Ich stand nur ein paar Meter entfernt und konnte es daher gut hören. Hemeringens Trainer hat sich dann beschwert, was ich mit der Gelben Karte geahndet habe. Er hat sich daraufhin nicht beruhigt, sodass ich Gelb-Rot geben musste. In der zweiten Halbzeit kamen dann auch die besagten Beleidigungen von den Zuschauern. Ich habe einen Ordner angefordert, der dann aber nicht lange dort stand, um die Situation in den Griff zu bekommen. Daraufhin habe ich dann erneut einen Ordner angefordert. Ich war kurz davor, das Spiel abzubrechen und habe das dem Ordner auch mitgeteilt. Danach haben dann auch die Beleidigungen von den Zuschauern aufgehört, höchstens gab es noch vereinzelte Pöbeleien, die aber beim Fußball normal sind. Als ich den Platz dann nach Abpfiff Richtung Kabine verlassen habe, wurde mir überdies von einem Zuschauer Gewalt angedroht.“

Klein Berkels Spielertrainer bestätigt Vorwürfe

Said Mojab, Spielertrainer von Klein Berkel II, stützte die Aussagen des Schiedsrichters: „Es gab die beschriebenen Äußerungen seitens der Zuschauer. Spieler von Hemeringen und der Schiedsrichter haben versucht zu schlichten. Hemeringens Mannschaft hat sich fair und korrekt verhalten, abgesehen von dem Spieler, der die Rote Karte gesehen hat. Hemeringens Trainer, Jörg Pydde, hat sich ebenfalls fair gegenüber uns verhalten. Ohnehin habe ich ihn als einen sehr freundlichen Sportsmann kennengelernt. Wie viele Zuschauer es waren, kann ich nicht sagen, da wir ja mit dem Spiel beschäftigt waren. Uns wurde von den besagten Zuschauern auch eine Nähe zum Schiedsrichter unterstellt. Das möchte ich an dieser Stelle vehement verneinen. Wir suchen uns doch nicht die Schiedsrichter aus, das regelt bekanntlich der Schiedsrichteransetzer. Darüber hinaus ist auch keiner unserer Spieler mit dem Schiri verwandt. Ich möchte auch noch einmal betonen, dass es auf dem Platz ein faires Spiel zwischen den beiden Mannschaften war.“

Hemeringen distanziert sich von Äußerungen der Zuschauer

Auch Hemeringens Sprecher und 2. Vorsitzender, Peter Reese, äußerte sich in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen und distanzierte sich im Namen des Vereins VfB Hemeringen von rassistischen wie herabwürdigenden Inhalten: „Im Nachgang zu dem Spiel der 3. KK, Staffel 2 zwischen dem VfB Hemeringen II und TSV Klein Berkel II sind wir durch den einen Eintrag im Spielbericht darauf aufmerksam geworden, dass es seitens der Zuschauer rassistische bzw. diskriminierende Äußerungen in Richtung des Schiedsrichters und des Gegners gegeben haben soll. Hierzu möchten wir Stellung beziehen:

Zur ersten Halbzeit kann ich selbst keine Aussage treffen, da Eugen Fabrizius und ich noch bei einer Veranstaltung im Vereinsheim waren. Lt. Nachfrage bei Beobachtern des Spiels verlief diese normal und auch der Platzverweis gegen einen unserer Spieler zog keine größeren Diskussionen seitens der Zuschauer nach sich. Im zweiten Abschnitt verlief die Partie zunehmend hitziger, da Entscheidungen des Schiedsrichters in Frage gestellt wurden. Dies zog auch Proteste seitens unserer Zuschauer nach sich, die nach meinem Vernehmen aber keine Äußerungen beinhalteten, die einen derartigen Vorwurf rechtfertigen würden. Der Schiedsrichter bat unseren 1. Vorsitzenden, Eugen Fabrizius, Ordner zu stellen, was erfolgte. Er selbst stellte sich hierzu auch zur Verfügung. Zudem wurden die Zuschauer gebeten, sich ruhig zu verhalten. Ca. zehn Minuten später sorgte eine erneute diskutable Entscheidung für Unmutsbekundungen seitens der Zuschauer, die aber keine Beleidigung o.ä. beinhalteten. Daraufhin kam der Schiedsrichter zur Außenlinie und forderte Eugen Fabrizius als Ordner auf, die Zuschauer des Platzes zu verweisen. Auf die Frage nach dem Warum folgte nur die Antwort: 'Ich breche sonst das Spiel ab.' Auch auf nochmaliges Nachfragen erhielten wir keine Antwort, auch nicht darauf, ob er besondere Äußerungen wahrgenommen hätte. Ich bin umgehend zu den Zuschauern gegangen und habe diese eindringlich ermahnt, sich ruhig zu verhalten, da sonst ein Spielabbruch drohe. Der Schiedsrichter setzte das Spiel fort und beendete die Partie nach einer Nachspielzeit von fünf Minuten, die angesichts der Unterbrechungen im Spiel eigentlich hätte höher ausfallen müssen.

Aus dem Verlauf des Spiels und der Kommunikation des Schiedsrichters mit uns als Vereinsvertretern war für uns zu keinem Zeitpunkt ein Hinweis auf die Anschuldigungen zu erkennen, weder gegen den Schiedsrichter, noch gegen Klein Berkel. Trotz der hitzigen zweiten Halbzeit verhielten sich die Mannschaften selbst gegenüber entsprechend normal. Erkennbare lautstarke Streitgespräche oder körperliche Auseinandersetzungen zwischen den Spielern waren nicht zu erkennen. In einem weiteren Gespräch zwischen dem Schiedsrichter und Eugen Fabrizius (unter Zeugen) nach Spielende hätten die Vorwürfe platziert werden können, was jedoch nicht geschah.

Der Schiedsrichter bekräftigte lediglich, dass er einen Bericht schreiben werde. Auch Rückfragen bei Besuchern, die sich etwas abseits von unseren Fans aufhielten, ergaben kein anderes Bild. Wir wissen, dass einige unserer Zuschauer manchmal zu unbedachten Äußerungen neigen, die aber nie über das normale Maß hinausgehen. Wir haben dazu bereits Maßnahmen wie das Anbringen von Schildern und persönlichen Gesprächen unternommen und werden unserer Zuschauer auch weiter sensibilisieren. Der VfB Hemeringen ist als offener und toleranter Verein bekannt. In unseren Teams spielen viele Menschen unterschiedlichster Herkunft. Rassismus und Diskriminierung verurteilen wir aufs Schärfste und wir weisen die gegen uns erhobenen Vorwürfe entschieden zurück.

Abschließend möchte ich noch auf einen Umstand nach dem Spiel eingehen. Auf die Frage einesunserer Zuschauer an den Schiedsrichter, wie er seine Leistung beurteile, wurde dem Zuschauer seitens des Schiedsrichters Gewalt angedroht. Mehrere Personen haben den Vorfall bestätigt. Auch wenn die Bemerkung unseres Zuschauers in Anbetracht der Gesamtlage wenig hilfreich war, rechtfertigt sie aus unserer Sicht nicht eine derartige Reaktion.“
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Autor des Artikels

Jannik Schröder
Jannik Schröder
Jannik stieg nach seinem Praktikum vor einigen Jahren neben dem Studium als Freier Mitarbeiter bei AWesA ins Boot – und ist seit Oktober 2015 Chefredakteur.
Telefon: 05155-2819 320 / 0176-8220 6485
schroeder@awesa.de


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