
Von links: Tony Deck (AWesA), Kristian Taag (Riverside Estate), Tim Nikelski (Sparkasse Hameln-Weserbergland), Jens Biel (DT Hameln), Sybille Binder (BINDER), Matthias Koch (AWesA), Fabian Glaeser-Hofmann (VGH), Frank Schulz (Volksbank Hameln-Stadthagen), Nadine Labisch (VGH), Markus Rosensky (DT Hameln).
Bald fliegen die gelben Filzkugeln wieder in atemberaubender Geschwindigkeit über die rote Asche, kämpfen superfitte Tennisprofis bei Gluthitze ums Weiterkommen oder ackern durchnässt durch anhaltenden Sommerregen durch den matschigen Sand. Es kann wieder gerannt und gekämpft, gesliced und mit Topspin geschlagen, gestöhnt und gejubelt, serviert und volliert oder auch endlos von der Grundlinie geschaufelt werden: Das größte Tennisturnier der heimischen Region steht wieder vor der Tür! Und dies bereits zum 40. Mal! Die Rede ist von den Hameln Open (ehemals DTH-Open) auf dem Gelände des Deutschen Tennisvereins Hameln.
Das Turnier heißt seit dieser Ausgabe „Hameln Open präsentiert von Sparkasse Hameln-Weserbergland“. Es gibt keine Qualifikation, aber dafür eine Nebenrunde. Das Preisgeld ist in Summe 10.000 Euro, ausgespielt in zwei A3-Turnierkonkurrenzen (Damen und Herren). Das seit dem vergangenen Jahr angehobene Preisgeld sowie die Kategorisierung als A3-Turniere sollte bewirken, dass noch bekanntere Tenniscracks auf die malerische Zehnfeldanlage an Töneböns Teichen gelockt werden. Dabei sind die Siegerlisten der DTH-/Hameln Open bereits heute schon mit zumindest Tenniskennern bekannten Spielerinnen und Spielern besetzt. Wer also hochkarätiges Spitzentennis live in Aktion erleben möchte, sollte vom 3. bis zum 5. Juli auf der Tennisanlage des DTH am Tönebönweg Hameln vorbeischauen – am besten täglich. Dann nämlich finden die Damen- und Herrenkonkurrenzen der Hameln Open statt – und das zu freiem Eintritt an allen Turniertagen!
Ein 40. Jubiläum lädt zur Rückschau ein. Viele Spielerinnen und Spieler haben wir über Jahre hinweg immer wieder auf der Anlage gesehen. Einige von ihnen wollen sollen an dieser Stelle noch einmal in Erinnerung gerufen werden.
Stefan Seifert – der Comebacker
2006 begann die Zeit des mehrfachen Landesmeisters Stefan Seifert, der insgesamt sechsmal im Finale der DTH Open stand und dreimal (2006, 2007 und 2018) gewann. Seit 25 Jahren ist Stefan Seifert ein gern gesehener Gast unseres Turniers. Schon als 16-/17-Jähriger spielte er, damals noch blutjung und durchaus ein aufstrebender Heißsporn, im Hauptfeld mit. Und – wir hoffen auch in diesem Jahr auf ein Wiedersehen. Denn Stefan hat sich mit heute 41 Jahren noch einmal auf den Weg gemacht, um als Tennisprofi um die Welt zu ziehen. Sein Ziel ist dabei, noch einmal die ersten 300 der Weltrangliste zu erreichen – seine beste Platzierung hatte er mit Mitte 20 als 229. der Weltrangliste – und bei einem Grand-Slam-Turnier in der Qualifikation mitzuspielen (auch dies war ihm in seiner „ersten“ Karriere gelungen). Weil es damals aus verschiedenen Gründen nicht weiter nach oben ging, hörte Seifert nach 11 ITF-Titeln mit dem Profidasein auf, holte sein Abitur nach, studierte BWL und arbeitete als Tennistrainer. Seinen Weg als „Tennisprofi mit 41“ dokumentiert er sehr spannend auf Instagram und Facebook – unbedingt mal anschauen!
Thomas Emmrich – die Legende
Eine deutsche Tennis-Legende sollte auch nicht vergessen werden: Thomas Emmrich gewann in den neunziger Jahren dreimal die heute (leider!) nicht mehr ausgetragene Jungseniorenkonkurrenz der über 35-Jährigen. Der 48-malige DDR-Meister, der sich wegen der Boykottpolitik des DDR-Regimes, die es Tennisspielern verbot, bei internationalen Turnieren anzutreten, im Schatten der großen Turniere zu einem Spieler der absoluten Weltklasse entwickelte (Siege bei Ostblockturnieren gegen Ivan Lendl und Tomas Smid belegen seine Klasse), dominierte die Jungseniorenkonkurrenz in den ersten Jahren nach Belieben. Wer sich die im Grunde genommen tragische Geschichte des sympathischen, heute 72-jährigen Berliners anschauen möchte, dem sei die exzellente Dokumentation „Großes Tennis – Made in East Germany“ (zu sehen in der ZDF-Mediathek) ans Herz gelegt. In dieser schildert unter anderem Martina Navratilova, wie gut Emmrich war, und es wird gemutmaßt, dass er der erste deutsche Wimbledonsieger hätte werden können – wenn man ihn nur hätte spielen lassen.
Das 40. Hameln Open wird ermöglicht durch
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