13.09.2017 11:28

Drachenboot


Pleiten, Pech und Pannen – Korschinek berichtet von Club-WM

Club-WM in Venedig „eine Fun-Regatta mit unmöglichen Zuständen“ / „Das ist eine Frechheit von Seiten des Verbandes“
Enrico Kordschinek AWesA
Enrico Korschinek, Pressesprecher vom Kanu-Club Hameln.
Von Enrico Korschinek

Wer sich die ersten Berichte über die Bedingungen bei der Club-Crew-WM in den unterschiedlichsten Medien durchlas, konnte einfach nicht glauben, was dort für Bedingungen herrschten.

Schon bei der Besichtigung der Regattastrecke und nach den ersten Trainingseinheiten konnten nicht nur die Sportler und Sportlerinnen mit dem Kopf schütteln, auch jedem interessierten Leser und Zuschauer stockte mit jedem weiteren Bericht der deutschen Teams der Atem. Eine Weltmeisterschaft auf einem Gewässer auszutragen, wo Gezeiten herrschen, das Wasser teilweise keinen Meter tief ist, die Bahnen nicht gerade ausgelegt sind und Sandbänke die Boote stoppen, fehlender Sonnenschutz gegen die pralle Sonne für die teilnehmenden Teams, nicht ausreichend Sanitäranlagen, keine Sitzgelegenheiten für die Sportler/innen, ein Stand mit Kuchen zur Versorgung von 1.500 Sportlern, bei dem die Teams des Gastgebers bevorzugt werden - die Liste könnte um viele Punkte erweitert werden.

Was mir da von den Sportlern zugetragen wurde und was im Livestream zu sehen war, geht absolut gar nicht und das zeigt, wie sehr dem Verband ICF der Drachenbootsport etwas bedeutet, nämlich absolut gar nichts. Da muss man sich fragen, ob bei der Vergabe der WM sich über die Begebenheiten vor Ort überhaupt ein Bild gemacht wurde oder ob dies einfach im Büro entschieden wurde. Das ist eine Frechheit von Seiten des Verbandes und ein Schlag ins Gesicht für jede/n Sportler/in, der/die sich über Monate hinweg mit dem Team auf eine Weltmeisterschaft vorbereitet

Somit ist auch das Abschließen der Sportler vom KC Hameln schnell erzählt. Iris Prüfer wurde mit den Ü40-Damen aus Wuppertal Vizeweltmeister und nahm als Ersatzpaddlerin bei den Ü50-Damen noch eine bronzene Medaille mit nach Hause. Im kleinen Ü40-Damenboot erreichte Michaela Wollborn mit dem Team Drag Attack aus Wuppertal auch eine bronzene Medaille erreichen. Außerdem gewann Conny Meyer-Burgdorf als Trommlerin bei den Wuppertalern Damen einmal Bronze und zwei Mal Silber.

Soviel Glück hatten die Paddler leider nicht. Für Josef Blume, der für die Rheingauner in sieben verschiedenen Entscheidungen am Start war, sprang als beste Platzierung ein fünfter Platz über 200m und 500m im großen Mixedboot heraus. Josef Blume nahm es dann nur noch mit Ironie: „Kommendes Wochenende finden auf der Regattastrecke in Brandenburg die Deutschen Meisterschaften statt. Unter regulären Bedingungen und gewohnt bestens organisiert.“.

Stephan Wolborn, Torsten Friebe und Thomas Meyer-Burgdorf erreichten mit den Team Drag Attack aus Wuppertal nur den sechsten Platz von sechs teilnehmenden Teams über die Langstrecke im Großboot. Außerdem saß Stephan Wollborn noch im kleinen Mixed-Ü40-Boot der Wuppertaler, wo man ebenfalls einen sechsten Platz bei 13 Startern erpaddelte. Wollborn zog ein vernichtendes Fazit für diese Weltmeisterschaft: „Eine Fun-Regatta mit unmöglichen Zuständen“.

Die Enttäuschung über die Veranstaltung wird bei allen Sportlern und Sportlerinnen vom Kanu-Club Hameln wohl noch einige Zeit andauern, aber vom 15. bis 17. September werden sie bei professionellen Bedingungen in Brandenburg bei der Deutschen Meisterschaft an den Start gehen und vielleicht mit einem Lachen in die Rattenfängerstadt zurückkehren.
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